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Weltkarte Strassenkinder


Terre des hommes (Tdh) macht es sich zur Pflicht, den Kindern, die zum Überleben auf der Strasse schlafen und arbeiten, zu helfen und ihre Rechte zu schützen.


Die Lösungsansätze von Terre des hommes

Tdh Ecuador - Strassenkinder - Bernard MarksAlternativen zur Strasse – Mit sozialpädagogischer Unterstützung und auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnittenen Berufslehrangeboten trägt Tdh zu einer Verbesserung und Stärkung der Kompetenzen der Kinder bei. In Afghanistan zum Beispiel bieten mehrere Zentren die Möglichkeit an, einen Alphabetisierungskurs zu besuchen oder sie laden einfach zum Spielen und Ausruhen ein. Sozialarbeiter bieten den Kindern psychologische Unterstützung an und helfen ihnen bei der Berufswahl sowie bei administrativen Angelegenheiten. In Peschawar (Pakistan) richtet sich das Projekt in erster Linie an afghanische Flüchtlingskinder.

Stärkung der Familienbande und Dorfgemeinschaften – Tdh bemüht sich um die soziale Wiedereingliederung der Kinder, indem Familienbande neu geknüpft und das soziale Gefüge in den Dorfgemeinschaften der Kinder gestärkt wird. In Burundi erhalten benachteiligte Familien im Rahmen des Projekts materielle Hilfe, und in Vietnam unterstützt Tdh auch Betreuungsstätten für Kinder im Schulalter sowie Wohnstätten für Jugendliche in der Berufsausbildung, die nicht mehr bei den Eltern leben können.

Lobbyarbeit zur Verbesserung des Umfelds – Tdh verfolgt hier das Ziel, die Stigmatisierung von Strassenkindern zu vermindern. Ohne Hilfe haben diese Kinder eine sehr schlechte Lebensqualität und sind lebensbedrohenden Einflüssen ausgesetzt: Sie leiden an körperlichem und psychischem Missbrauch, und ihr Alltag ist mangels echter Alternativen von Kriminalität geprägt. Tdh versucht daher, auf die strukturellen Ursachen Einfluss zu nehmen, die diese Kinder an den Rand der Gesellschaft drängen: den Mangel an Möglichkeiten, die Ungerechtigkeiten und die Ungleichheiten. Tdh setzt sich bei lokalen Behörden für würdigere Lebensbedingungen und ein Umfeld ein, in dem die Rechte der Kinder geachtet werden. Die Stiftung kümmert sich auch darum, dass die Kinder gültige Ausweispapiere erhalten, welche ihnen den Zugang zu der Schule und den Sozialdiensten erlauben.


Ergebnisse 2008

In Afghanistan profitierten ungefähr 20’000 Kinder von einem informellen Schulungs- und Ausbildungsprojekt, das von einem NGO-Konsortium geleitet wurde. 6’350 Kinder erhielten soziale Hilfe, psychologische und rechtliche Beratung sowie Unterstützung in den Bereichen Gesundheit und Hygiene.

In Vietnam konnte mit dem Programm zur sozialen und beruflichen Wiedereingliederung von ehemals auf der Strasse lebenden Kindern und Jugendlichen 2’339 Personen geholfen werden. Tdh hat zudem zwei Betreuungsstätten und vier Gemeinschaftshäuser für insgesamt 142 gefährdete Kinder unterstützt.

In Brasilien hat Tdh für 4’300 Strassenkinder und ihre Familien konkret die Situation verbessert. 3’100 Mitarbeiter von Regierungsorganisationen und NGO wurden ausgebildet, um direkt mit den Kindern und ihren Familien zu arbeiten. Tdh betreibt auch Lobbyarbeit bei öffentlichen Behörden im Hinblick auf eine Verbesserung der Sozialpolitik zum Schutz der Kinder. Durch die Verwaltung eines Netzwerks von Kinderhilfsorganisationen konnte Tdh die Begleitung von insgesamt 37’120 Kindern ermöglichen.


Expertenmeinung

Tdh - Portraet Francoise Correvon - Florian Cella„Wir schenken Strassenkindern Gehör“
Françoise Correvon, Verantwortliche für Lateinamerika bei Tdh

Die Ausgrenzung von Strassenkindern steht in einem engen Zusammenhang mit den stets wachsenden Ungleichheiten, der starken Verstädterung und dem Zerfall sozialer Strukturen (Gemeinschaft, Schule, Arbeit). Um ihren Familien zu helfen, einer Gruppe anzugehören oder Misshandlung und Gewalt zu entfliehen, gehen Kinder auf die Strasse und suchen dort nach neuen Möglichkeiten.
Diese Kinder sind besonders gefährdet: Arbeitsausbeutung, Kinderhandel, sexuellem Missbrauch und sexueller Ausbeutung, Drogenhandel sowie bewaffneten Konflikten.
Terre des hommes reagiert darauf mit dem direkten Schutz der Kinder sowie der Einflussnahme auf die strukturellen Ursachen die sie auf die Strasse führen.
„Die Arbeit von Tdh basiert auf dem Zuhören. Wir können dadurch besser verstehen, wie die Kinder mit ihrer Situation umgehen, und mit ihrer Beteiligung auf angemessene Art und Weise reagieren“, erzählt Françoise Correvon, die während 20 Jahren in Brasilien mit Strassenkindern gearbeitet hat. Dieser Ansatz zielt auf die Rückführung zur Familie sowie auf die Wiedereingliederung in die Gemeinschaft und in die Schule; kurz: auf die Entwicklung eines neuen Zugehörigkeitsgefühls dank Mediation.
Die Stiftung arbeitet mit Erziehungsfachleuten zusammen, und bietet Aktivitäten an, die dem Profil der Kinder entsprechen. Der Bildung von Kapazitäten auf lokaler Ebene durch Ausbildungsprogramme wird grosse Bedeutung beigemessen.


Wie hilft Tdh den Strassenkindern?

Im Jahr 2008, wurden 67'000 Kinder in 6 Ländern ihren Bedürfnissen entsprechend spezifisch begleitet. Zum Beispiel:

• In Brasilien machen sie in einem Zirkus mit.
• In Pakistan stellen sie Papierblumen her und verkaufen diese.
• In Afghanistan haben eine Zeitung kreiert in der sie aus ihrem Leben berichten.


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Einsatzländer
• Afghanistan
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• Burundi
• Pakistan
• Vietnam

Die Situation der Kinder
Die genaue Anzahl ist schwierig zu bestimmen, da die Kinder die auf der Strasse leben oft ihren Aufenthaltsort wechseln.

• 120 Millionen weltweit.

• 60 Millionen in Lateinamerika.

• 30 Millionen in Asien.

• 1,5 Millionen in Pakistan.

(Quellen: Tdh, Unicef, ILO)