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Tdh Weltkarte Rumaenien

Rumänien weist als eines der ärmsten Länder Europas ein lückenhaftes Sozialsystem auf. Terre des hommes (Tdh) unterstützt rumänische Partner organisatorisch und finanziell, um konkrete Fortschritte in den Bereichen Kinderschutz und Jugendstrafrecht zu erzielen. .

Tdh Landkarte RumanienKinderschutz - Unsere Partnerorganisation ACSIS betreut ledige Mütter sozial und finanziell, um sie und ihre Kinder wieder in ihre Familien zu integrieren und damit Kindes- aussetzungen zu verhindern.
Gegen den Schulabbruch führt Tdh mit der Partnerorganisation FOC in Schulen und für Familien ein Präventionsprogramm, um so das Phänomen der Strassenkinder vorzu- beugen.

Kinderrechte - Gemeinsam mit der Verein- igung Jean Valjean und der Anwaltskanzlei Ana Vadan betreut Tdh straffällige Kinder und setzt sich dafür ein, dass diese für Baga- telldelikte nicht eingesperrt werden, sondern gemeinnützige Arbeit leisten. Akteure des Jugendstrafrechts (Richter, Anwälte, Polizisten) erhalten Weiterbildungen, damit die Gerichtsprozesse gemäss den Richtlinien der UN-Kinderrechtskonvention ablaufen.

Jugendliche ohne Perspektiven suchen ihr Glück im Ausland, doch einige von ihnen werden Opfer von Kinderhandel und schamlos ausgebeutet. Im Süden des Landes werden Familien deshalb für die Risiken einer Auswanderung sensibilisiert. Ebenfalls arbeiten wir zusammen mit UNOPA an der Durchsetzung der Rechte HIV-positiver Kinder auf medizinische Behandlung und Nichtdiskriminierung.


Tdh A.Meier Rumanien HIV/Aids UnopaRückblick
Seit 1992 betreut Tdh ledige Mütter sozial und finanziell, um sie und ihre Kinder wieder in ihre Familien zu integrieren und damit Kindes- aussetzungen zu verhindern. Darauf folgte ein weiteres Projekt zu Gunsten von Strassen- kindern.
1997 begann Tdh, sich um straffällige Kinder zu kümmern. Sozialarbeiter von Tdh leisteten Rechtsbeistand und setzten sich für Alternativen zur Haftstrafe ein. 2000 schloss Tdh eine Partnerschaft mit der UNOPA (Nationale Plattform für aidskranke Menschen) mit dem Ziel, dass der Staat HIV-positiven Kindern medizinische Hilfe leistet.

Als 2005 ein neues Kinderschutzgesetz in Kraft trat, unterstützte Tdh staatliche Einrichtungen in der Umsetzung von Massnahmen, um Kinder vor Missbrauch und Ausbeutung zu schützen. Im jüngsten Projekt, das sich in unser regionales Engagement in Osteuropa zur Bekämpfung von Kinderhandel einreiht, werden Familien für die Gefahren sensibilisiert, die Kindern drohen, wenn sie abwandern. Zusätzlich betreibt Tdh Lobbyarbeit bei den Behörden, um effektivere Gesetze zum Schutz von Kindern einzuführen.


Ausblick
Tdh wird sich von den Partnern weiter zurückziehen und sich hauptsächlich auf die technische Unterstützung, den Transfer von Fachwissen und die Lobbyarbeit beschränken. Die Partnerorganisation ACSIS, die ein Projekt zur Prävention von Kindesaussetzung führt, soll darin unterstützt werden, ihr Betreuungsangebot zu vergrössern. Im Rahmen des jüngsten Projektes gegen Ausbeutung und Kinderhandel werden wir weiterhin Direkthilfe leisten.


Geschichte
Tdh  A.Meier RumanienIch heisse Gabriel und bin 24 Jahre alt. Heute habe ich einen Beruf, der mir gefällt – und dies verdanke ich der Stiftung Familie und Kinderschutz (FOC) und Tdh.
Wie kam es dazu? Im Jahre 1998, als ich 16 Jahre alt war und kurz vor dem Schulabschluss stand, wusste ich nicht, was ich mit meinem Leben anstellen sollte. Ich war orientierungslos und trieb mich auf den Strassen Bukarests herum. Mitarbeiter von FOC wurden da auf mich aufmerksam.

Sie unterstützten mich und boten mir berufliche und psychologische Beratung an. Ich wurde ins Bildungs- und Erziehungsprogramm von FOC aufgenommen und begann allmählich meine Zukunft in Angriff zu nehmen. Ich hatte die Chance, das Gymnasium zu besuchen und fand im Anschluss eine Stelle im Sozialbereich.

Doch nach wie vor hegte ich den Wunsch, ein Studium an der Universität zu absolvieren. Ich machte an der Technischen Universität die Aufnahmeprüfung – und bestand sie! Doch ich wusste nicht, wie ich mein Studium finanzieren sollte. Schliesslich hatte ich Glück und erhielt von der Technischen Universität für Bauwesen ein bescheidenes Stipendium.
Das erste Jahr im Studium war sehr anspruchsvoll und meine finanzielle Situation schwierig. Später erhielt ich eine private Spende und so konnte ich mich ganz auf mein Studium konzentrieren. Ich spezialisierte mich auf das öffentliche Verkehrsnetz und habe mein Studium inzwischen erfolgreich abgeschlossen.


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Info
Rumänien ist am 1. Januar 2007 der EU beigetreten und wird als ärmstes Mitgliedsland viel investieren müssen, um eine tragfähige Wirtschaft aufzubauen und den Einwohnern eine bessere soziale Sicherheit zu garantieren.

Delegation
Landesvertreterin: Cristiano Barale

Einheimisches Personal: 4

Partnerorganisationen: Vereinigung Jean Valjean, ACSIS, FOC, UNOPA, Louis Pasteur

Personal der Partnerorganisationen: 28

Einsatzbereich: Kinderschutz (Prävention von Kindesaussetzung, Bekämpfung von Kinderhandel, Hilfe für Kinder mit HIV/Aids), Jugendstrafrecht, institutionelle Unterstützung der Partner

Einsatzorte: Bukarest, Craiova

Das macht Tdh mit einer Spende von...
...50.- CHF: einem Kind eine Schuluniform kaufen;
...400.- CHF: einem HIV-positiven Kind während eines Monats eine antiretrovirale Therapie ermöglichen.

Ergebnisse 2006
Tdh kümmert sich um Jugendliche, die ihre Heimat verlassen und Gefahr laufen, im Ausland ausgebeutet zu werden. Im Bereich der Jugendgerichtsbarkeit wurden 61 straffällige Minderjährige betreut. Das Präventionsprojekt gegen Kindesaussetzung kam 135 allein stehenden Müttern und ihren Kindern zugute. Bei 55 Kindern konnte ein Schulabbruch verhindert werden, und das Präventionsprojekt gegen Jugendkriminalität erreichte mehr als 500 Schüler. Nach Evaluationen konnte im Süden des Landes ein Kinderschutzprojekt starten. 2006 stärkten wir unsere Partnerorganisationen, damit diese die Projekte demnächst unabhängig durchführen.

In Zahlen
- Bevölkerung: 22 Mio.
- Kindersterblichkeit < 5 J.: 20 % (CH: 6 %)
- Arbeitslosenquote (15-60 Jahre): 40 %
- 50 % der HIV-positiven Kinder in Europa leben in Rumänien
- Bevölkerung unter Armutsgrenze: 30 %