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Weltkarte Wasser und Siedlungshygiene

Terre des hommes gibt Kindern, die Katastrophen, Kriege und Vertreibungen überlebt haben, eine Stimme, damit sie sich von nächtlichen Alpträumen, peinigenden Gedanken und der quälenden Vergangenheit befreien können und die Kraft bekommen, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen.


Tdh Psychosocial Aktivitaten SudanAusgangslage
Seien es Erdbeben in Algerien oder Iran, bewaffnete Konflikte in Palästina, interne Vertreibungen in Kolumbien oder Sri Lanka: alles schmerzhafte Erfahrungen, von denen auch Kinder betroffen sind. Die Kinder verlieren ihr Zuhause, sehen Eltern und Geschwister sterben oder müssen alles zurücklassen und in einem Nothilfelager Schutz suchen. Dies alles verursacht schwere „innere“ Verletzungen.
Viele Menschen geraten nach diesen traumatischen Ereignissen in eine innere Starre. Die gesamte betroffene Bevölkerung kann so sehr beeinträchtigt werden, dass sie kaum Kräfte für den Wiederaufbau mobilisieren kann. Soziale Einrichtungen und Schulen funktionieren nicht mehr, Familien sind auseinan-dergerissen: Das erschüttert insbesondere die Kinder.

Neben der Aufbauhilfe benötigen Kinder und Erwachsene einen Rahmen, in dem sie ihre Trauer über erlittene Verluste ausdrücken und ihre Kräfte für das Leben nach der Katastrophe bündeln können. Um nach Katastrophen Verluste zu verarbeiten und wieder Mut zu fassen, ist neben der materiellen Nothilfe gerade auch eine längerfristige psychosoziale Betreuung wichtig. Terre des hommes setzt sich dafür ein, die "inneren" Verletzungen von unzähligen Kindern und ihren Familien zu lindern.


Tdh Wunderlin Bam IranDas tun wir
Terre des hommes (Tdh) hat in Krisengebieten psychosoziale Projekte ins Leben gerufen. Mit Freizeitbeschäftigung, sportlichen Aktivitäten, schulischer Hilfe und psychologischer Begleitung wollen wir insbesondere den leidgeprüften Kindern die Kraft zum Weiterleben zurückgeben und ihnen bei der Verarbeitung der schmerzvollen Vergangenheit hel-fen, damit sie die Gegenwart vertrauensvoll anpacken können. Tdh organisiert ausgewählte spielerisch-sportliche Aktivi-täten, weil das Kind dadurch zugänglich wird und sich im Spiel frei ausdrücken kann. Das Kind wird darin unterstützt, das Vertrauen in sich und seine Umgebung wieder zu gewinnen.
Die psychosozialen Projekte von Tdh sind in erster Linie auf Kinder ausgerichtet. Wenn möglich wird auch ihr familiäres Umfeld miteinbezogen, denn es hat sich gezeigt, dass sich der seelische Zustand der Eltern unmittelbar auf die Kinder auswirkt. Umgekehrt können Familie und Angehö-rige von den psychosozialen Projekten mit Kindern profitieren. Durch die tatkräftige Mitarbeit des lokalen Tdh-Personals wird zudem bewirkt, dass auch die breitere Bevölkerung nachhaltig in den Prozess miteinbezogen wird.

Tdh ist ebenfalls bemüht, die Kinder wieder in die Schule zu integrieren. Denn nur ein enges soziales Netz, das funktio-niert und gut strukturiert ist, kann den Kindern ihr Bedürfnis nach sozialer und emotionaler Sicherheit zurückgeben. Weil psychische Verarbeitungsprozesse Zeit brauchen, plant Tdh nach einem traumatischen Einschnitt (Naturkatastrophe, Krieg, Flucht) die psychosozialen Projekte für eine Mindestdauer von fünf Monaten. Die Art der Projekte variieren je nach Krise. Das Ziel bleibt aber immer dasselbe: Die betroffene Bevölkerung, Kinder wie Erwachsene, sollen nach den traumatischen Ergeignissen möglichst bald wieder in die Normalität zurückfinden.


Geschichte
„Ich heisse Amra und bin neun Jahre alt. Wir flohen vor zwei Jahren vor den bewaffneten Truppen, die in der Nähe mei-nes Dorfes wüteten, in das Flüchtlingslager. Ich lebe seither mit meinen Grosseltern in einer Hütte am Rande des La-gers. Wir stammen aus Arabien und nicht aus Afrika wie die meisten hier lebenden Menschen.

Lange beobachtete ich das psychosoziale Zentrum von Tdh von aussen. Ich hatte Angst, vor den nicht arabischen Kin-dern meine Probleme auszubreiten. Nach einiger Zeit erlaubte mir die Grossmutter, mit den Kindern zu spielen. Zuerst hatte ich nicht den Mut, mit den anderen Kindern zu reden. Dann aber begann ich zu zeichnen und mit ihnen zu spielen. Heute bin ich die Anführerin. Es ist ganz neu für mich, Freunde zu haben. Und ich möchte, wie einige meiner Freunde, lesen lernen, in die Schule gehen, arbeiten und anderen helfen, ja vielleicht in einer Organisation wie Tdh.“
Amra, 9 Jahre alt, Flüchtlingslager Ardamata, Westdarfur, Sudan.


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