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Weltkarte Palast. Geb.

In den besetzten palästinensischen Gebieten verschlechtern sich die Lebensbedingungen zusehends. Zwei Drittel der Bevölkerung leben in Armut, viele Menschen sind arbeitslos. Terre des hommes (Tdh) setzt sich für die Gesundheit von Mutter und Kind ein und betreut Familien psychosozial.

Tdh Landkarte Palaestinensischen GebietenGesundheit und Ernährung - Im Projekt für Mutter und Kind von Tdh, das die lokalen Partnerorganisationen Ard el Adtfal im Westjordanland und Ard el Insan im Gazastreifen führen, werden mangelernährte Kinder gepflegt und Mütter sowie schwangere Frauen beraten. Durch die verfrühte Verabreichung stark verdünnter Pulvermilch sind viele Säuglinge mangelernährt und erkranken häufig. Deshalb wird Müttern geraten, ihre Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten zu stillen. Wir besuchen Familien zu Hause, wägen und messen die Kinder und überweisen sie wenn nötig in die Gesundheitszentren.

Psychosoziale Projekte - Kinder in den palästinensischen Gebieten sind täglich mit Gewalt konfrontiert, sei es durch die Präsenz bewaffneter Truppen oder durch familiäre Konflikte, oft verursacht durch die Arbeitslosigkeit der Eltern. Um diesen Kindern zu helfen, beraten psychologisch geschulte Tdh-Mitarbeiter Familien und betreuen die Kinder psychosozial. In Hebron und Jenin organisieren sie Spiele für Schulkinder und bilden Lehrkräfte im Bereich Kinderschutz weiter.

Nothilfe Gaza - Tdh bereitet eine Hilfssendung vor, mit speziell für Kinder bestimmten Gütern - warme Kleider, Windeln, Spiele sowie Produkte für Körperhygiene. Sobald möglich werden wir unsere Teams zur Unterstützung unserer Partnerorganisation Ard El Insan nach Gaza schicken, damit sie die von Kindern und ihren Familien erlittenen Traumata behandeln können. Nothilfe Flyer en pdf


Tdh Junge Madchen Palastinensische GebieteRückblick
Tdh nahm die Arbeit in den besetzten palästinensischen Gebieten im Jahr 1973 auf. Ziel war es, die weitverbreitete Mangelernährung von Kleinkindern zu reduzieren und Lebensmittel an Familien zu verteilen. Dafür wurden in Gaza-Stadt und Bethlehem zwei Gesundheitszentren geschaffen. 1994 verlegte Tdh dasjenige von Bethlehem in den Distrikt Hebron. 1996 wurde auch im Gazastreifen ein Ernährungsprojekt initiiert. Seit mehreren Jahren unterstützen wir Ard el Insan in Gaza-Stadt und Ard el Atfal in Hebron darin, die Gesundheits- und Ernährungsprojekte weiterzuführen. 2002 wurde auch im Distrikt Jenin ein solches Projekt gestartet.

Im Jahr 2003 lancierte Tdh in den Distrikten Jenin und Hebron ein neues Projekt, in dem Kinder psychosozial betreut und davor geschützt werden, Opfer von häuslicher Gewalt zu werden.


Ausblick
Kinder in den palästinensischen Gebieten haben düstere Zukunftsaussichten. Weil es an Geldern für Schulen und Lehrer fehlt, findet der Unterricht gestaffelt statt, und die Kinder bleiben halbtags zu Hause. Dabei könnten sie vielleicht gerade in einem geregelten Schulbetrieb ihre Ängste etwas vergessen, dem häuslichen Elend entfliehen und wieder an Sicherheit gewinnen. Eine Generation, der man die Kindheit stiehlt, wächst mehr recht als schlecht auf.


Geschichte
Tdh Geschichte Palastinensische GebieteDer zehnjährige Zaher kann keine Sekunde stillsitzen. Doch nicht nur das: Er schlägt um sich und sein Lieblingswort ist „nein“. Zaher schaut sich am Fernsehen an, was ihm gefällt und geht selten vor 23 Uhr ins Bett.
Seine Mutter ist mit fünf Söhnen und einem arbeitslosen, zur Gewalttätigkeit neigendem Mann überfordert. Für Zaher hat niemand, worunter er sehr leidet. In der Schule stört er den Unterricht.

Der Lehrer weiss nicht mehr weiter und wendet sich an das psychosoziale Betreuungsteam von Tdh, das zweimal monatlich die Schule besucht. Während die Kinder sich ins Spiel vertiefen, können die Betreuer diejenigen Kinder, die sich auffällig benehmen, individuell betreuen – so auch Zaher.

Seitdem sieht die Sozialarbeiterin Zaher regelmässig im Tdh-Zentrum von Hebron oder besucht seine Familie. Bei Zaher zu Hause hängt eine Liste, die während den Therapiesitzungen erstellt wurde und festhält, was Zaher darf und was nicht. So wurde zum Beispiel abgemacht, dass Zaher um 20 Uhr schlafen muss. Jede Woche schaut die Sozialarbeiterin mit Zaher an, welche Punkte er beachtet hat und welche nicht. Die Mutter beobachtet die Fortschritte ihres Sohnes ungeduldig, doch lernt sie allmählich, Zaher zu unterstützen – denn eine andere Möglichkeit, einem von täglicher Gewalt traumatisierten Kind zu helfen, gibt es nicht.


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Info
Im Armutsindex der Uno befinden sich die besetzten palästinensischen Gebiete unter den zehn ärmsten Ländern.

In Zahlen
- Bevölkerung: 3.9 Mio. Einwohner
- Kinder < 15 Jahre: 46% (CH: 17%)
- Sterblichkeitsrate < 5 Jahren: 24‰ (CH: 5‰)
- Anteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze: 66%
- Arbeitslosenrate: 25%

Delegation
Delegierte: Marion Junca

Einheimisches Personal: 25

Einsatzorte: Gazastreifen (Gaza-Stadt und Chan Yunis), Westjordanland (Hebron und Jenin)

Partnerorganisationen: Ard el Insan (Gazastreifen) und Ard el Atfal (Westjordanland): Beide sind aus lokalen Teams von Tdh hervorgegangen und seit 1999 respektive 2001 als gemeinnützige lokale Organisationen in den palästinensischen Gebieten registriert.

Ergebnisse 2007
In den besetzten palästinensischen Gebieten kam das psychosoziale Hilfsprojekt 5'550 Kindern in Hebron und Jenin zugute. In Schulen und auf Gemeindeebene wurden Freizeitaktivitäten in Gruppen organisiert. Kinder mit stärkeren Symptomen erhielten zudem eine individuelle Betreuung. 1'530 Mütter wurden sensibilisiert, um sie in ihrer Erziehungsrolle zu unterstützen. Parallel dazu konnten bei 14'560 medizinischen Hausbesuchen in Gaza, Hebron und Jenin 4'240 Kinder mit Mangelernährung ausfindig gemacht werden und an die Zentren unserer beiden Partnerorganisationen Ard el Insan und Ard el Atfal überwiesen werden. 13'250 Mütter erhielten Informationen über das Stillen und Ernährung, damit sie sich zu helfen wissen, wenn bestimmten Grundnahrungsmitteln zeitweise fehlen.