Aufgrund des Bürgerkrieges zwischen Regierung und Maoisten hat sich Nepal, das ohnehin ärmste Land Sudasiens, kaum entwickeln können. Im Jahr 2008 wurden 96’000 Kinder und Familienangehörige betreut.
Die Lösungsansätze von Terre des hommes
Spezialbehandlungen – Terre des hommes (Tdh) unterstützt das orthopädische Kinderkrankenhaus HRDC, wo körperbehinderte Kinder operiert und danach therapiert werden.
Ernährung – Tdh setzt sich in den ärmsten Quartieren Kathmandus sowie in Banke und Lalitpur dafür ein, dass Mütter lernen, wie sie sich und ihre Kinder mit günstigen Nahrungsmitteln ausgewogen ernähren können.
Ziegelfabriken – Tdh verbessert die Gesundheitsbedingungen der in 20 Ziegelfabriken arbeitenden Familien. Tdh sorgt auch dafür, dass die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nicht ausbeuten und missbrauchen.
Bekämpfung des Kinderhandels – Innovative Projekte zur Bekämpfung des Kinderhandels verstärken die Prävention und erlauben eine gezieltere Betreuung der Opfer. Ein neues regionales Projekt in Zusammenarbeit mit Tdh in Indien gilt dem grenzübergreifenden Handel zwischen Nepal und Indien.
Kinderschutz – Kinder und ihre Angehörigen, die im mittleren Westen Nepals direkt vom Bürgerkrieg betroffen waren, erhalten psychosoziale Betreuung, um ihre Traumata verarbeiten zu können.
Ergebnisse 2008
Spezialbehandlungen –1'387 Kinder wurden operiert, betreut und wieder in ihre Gemeinschaft integriert. 19’626 Kinder profitierten von Gesundheitskontrollen in Schulen.
Ernährung – In Kathmandu sind rund 47'000 Haushalte in elf Stadtkreisen direkte Begünstigte des Projekts. Das Ernährungsteam hat seinen Wirkungskreis von Kathmandu auf die Bezirke Banke und Lalitpur erweitert und dabei 5’731 Kinder betreut.
Bekämpfung des Kinderhandels – Mit den wichtigsten Rechtsfakultäten Indiens, Bangladeschs und Nepals wurden juristische Lösungsansätze gesucht und in einer Studie veröffentlicht. Im Rahmen einer Sensibilisierungskampagne wurden 18'084 Polizisten, Richter, Zollbeamte und Bewohner der Grenzdörfer weitergebildet.
Kinderschutz – 713 Opfer des bewaffneten Konflikts erhielten psychosoziale Unterstützung und Nothilfe.
Die Herausforderungen
Adoption – Die Situation von Kindern in Waisenhäusern ist oftmals nicht kinderrechtskonform. Daher hat Tdh mit UNICEF eine Studie über die Situation von Waisen und anderen Kindern, die in Institutionen untergebracht sind, publiziert. Diese Studie hat das Ziel, die Lage der Kinder zu verbessern: Einweisungen in Institutionen zum Zweck der Adoptionsfreigabe sollen eingeschränkt werden. Kinderhandel – Jedes Jahr werden Tausende Minderjährige von Kinderhändlern an indische und nepalesische Bordelle verkauft. Sie leben dort in Schuldknechtschaft und müssen ihren Kaufpreis „abarbeiten“. Tdh versucht, diesen Teufelskreis zu durchbrechen – sowohl durch soziale Reintegration der Opfer als auch durch Netzwerkarbeit mit Rechtsfakultäten und Partnerorganisationen.
GESCHICHTE - Die Genesung von Tika im Himalaya
Tika, 15 Jahre, stammt aus dem nepalesischen Distrikt Kailali, einem abgelegenen Gebiet im Westen des Landes. Tika gehört zur Gemeinschaft der Dalit (die sogenannten “Unberührbaren”). Als Tika Holz und Laub zum Anfeuern suchte, fiel sie hin und verletzte sich an der Wirbelsäule, überlebte aber den Unfall. Sie konnte sich jedoch nicht mehr bewegen und wurde bettlägerig. Dies ist vermutlich das Schlimmste, das einem Kind im Himalaya-Gebiet passieren kann, da die einzige Möglichkeit, sich fortzubewegen, zu Fuss ist.
Glücklicherweise fand ein Gemeindemitarbeiter des Tdh-Projekts Tika während eines Hausbesuchs und überwies sie sofort an das orthopädische Kinderkrankenhaus in Kathmandu. Tika erhielt schliesslich die Zusage zu einer Behandlung, da die Folgen ihrer Bettlägerigkeit schlimmer wurden und sogar ihr Leben bedrohten. Eine intensive Behandlung und Pflege, kombiniert mit Antibiotika und proteinhaltiger Zusatznahrung, verhalf Tika zu einer ersten Besserung. Schliesslich war sie bereit für den chirurgischen Eingriff, der ebenso erfolgreich verlief wie die postoperative Behandlung. Tika besuchte eine intensive Physiotherapie, um ihre Mobilität so weit wie möglich wiedergewinnen zu könnnen.
Tika kann nun mit einer Gehhilfe wieder laufen. Sie soll gänzlich selbstständig werden, so dass sie sich auch wieder selbst pflegen kann. Angesichts der Fortschritte, wird sie dieses Ziel bald erreichen. Ihr Aufenthalt im Krankenhaus hat ihr Leben verändert – wie dasjenige von Tausenden von Kindern, die seit der Gründung des HRDC Krankenhauses durch Tdh vor 24 Jahren behandelt werden konnten.

