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Weltkarte MOVE

Angesichts des 2005-2006 im Iran, in Kolumbien und Sri Lanka erfolgreich lancierten Sportprojekts hat Terre des hommes beschlossen, diese Erfahrung auf dem Gebiet von Sport und Spiel zu vertiefen und in Partnerschaft mit der UEFA in Osteuropa das für vier Jahre angelegte Projekt MOVE durchzuführen. Das langfristige Ziel ist die Bekämpfung der Ausbeutung und des Kinderhandels, indem Kindern geholfen wird, ihr Selbstwert- und Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln.

Tdh MOVE 20092005 ergriff Terre des hommes (Tdh) im Internationalen UNO-Jahr des Sports und der Sporterziehung die Gelegenheit und lancierte im Iran, später auch in Kolumbien und Sri Lanka, ein Pilotprojekt namens «Bewegung, Spiel und Sport» (BSS). Ziel dieses Projekts war, durch die Ausbildung lokaler Animateure und die anschliessende Verbreitung des Modells innerhalb der Gemeinschaften zu einer positiven gesellschaftlichen Eingliederung besonders gefährdeter Kinder beizutragen.

Durch den Aufbau von Werten wie Vertrauen, Toleranz, Respekt, Kooperation, Ehrlichkeit, Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und Disziplin ermöglichen körperliche und spielerische Aktivitäten Kindern, ihr persönliches und soziales Wohlbefinden zu stärken. Sie unterstützen aber auch die Wiedereingliederung der Kinder in ihre Familie, in die lokale Gemeinschaft und das Schulsystem und verhindern damit, dass Kinder auf der Strasse betteln müssen oder ausgebeutet werden.


Partnerschaft zwischen der UEFA und Tdh in Osteuropa - 2008-2011

Die UEFA (Vereinigung Europäischer Fussballverbände) hat sich Tdh gegenüber für vier Jahre verpflichtet, ein neues Projekt namens MOVE aufzubauen, das sich am BSS-Modell orientiert. Es soll Animateure, Sportlehrer, Primarschullehrer, Sozialarbeiter und das Personal von Tdh in den Gemeinschaften unterstützen, ihre psychosozialen Fähigkeiten und Methoden zu entwickeln, um sie dann zur Verbesserung des Wohlbefindens von Kindern in Rumänien, Moldau und Albanien einzusetzen. Das Projekt mit dem Slogan «Steh auf und beweg dich!» «Get up and MOVE!» beinhaltet auch neue Spielarten wie zum Beispiel Volleyball mit Wasserbällen oder Fussball zu zweit, wobei die Zweierteams jeweils an einem Arm aneinander gebunden sind. Diese und weitere Aktivitäten können eingesetzt werden, um das Miteinander der Kinder in Mannschaftssportarten zu fördern und so ihr Selbstwertgefühl und ihren Sinn für Zusammenarbeit zu entwickeln. Mit dem Ergebnis, dass Schule und lokale Gemeinschaften, beides Orte des Schutzes vor Ausbeutung und Kinderhandel, in den Augen der Kinder an Attraktivität gewinnen.


Strategie des Projektes MOVE

Zur Sicherstellung der Qualität und Nachhaltigkeit setzt das Projekt MOVE auf zwei Aktionsebenen an:

Stärkung der Fähigkeiten und Ausbildung von Trainern in drei Phasen:
1.Zweiwöchige Ausbildung auf der Basis experimentellen Lernens mit einem Fokus auf der Methodik von Sport und Spiel sowie psychosozialen Themen.
2.Eine lange Begleitphase einschliesslich der individuellen Betreuung vor Ort und kollektiver Supervisionen.
3.Eine Multiplikationsphase, in der die ausgebildeten Personen selbst zu Ausbildnern ihrer Berufskollegen werden.

Lobbying auf zwei Ebenen:
1.Vernetzung und Bewusstseinsförderung von Schlüsselpartnern (z. B. Erziehungsministerium, Ministerium für Soziales, Gesundheitsministerium, Universitäten, Sportinstitutionen usw.) in Bezug auf den Einfluss von Sport und psychosozialen Aktivitäten auf die Steigerung des Wohlbefindens der Kinder; dabei stützt man sich auf Untersuchungsergebnisse.
2.Organisation von Sportereignissen, um Eltern und Gemeinschaften einzubeziehen und ein breiteres Publikum für die positiven Auswirkungen wertebasierter spielerischer und sportlicher Aktivitäten zu sensibilisieren.


Ergebnisse und laufende Aktivitäten

Tdh MOVE 2009Am 7. März 2009 wurde in Rumänien, am 27. März in Moldau, je ein MOVE-Event für Kinder, Eltern, Partner, Behörden und Medien organisiert. Diese Spiele und Fairplay-Fussballturniere waren aus verschiedenen Gründen ein Erfolg: Sie brachten acht verschiedene Gemeinschaften zusammen, schufen eine Atmosphäre ohne Wettbewerbsgedanken, indem auch Punkte für faires Verhalten verteilt wurden und jedes Kind mit einer Medaille, einem Pokal oder T-Shirt belohnt wurde. Durch spezielle Regeln wurden auch der Respekt und das Miteinander von Jungen und Mädchen gefördert.

Neben den Aktivitäten mit Kindern ist in Rumänien und Moldau der Know-how-Transfer schon recht weit fortgeschritten. Nach einer Zeit der Ausbildung und intensiven Betreuung befinden sich die Teilnehmer nun in einer Multiplikationsphase, in der sie selbst zu Ausbildnern von Berufskollegen werden und das neu erworbene Wissen weitergeben. In dieser wichtigen Etappe wurden pro Land bei über siebzig Animateuren neue Fähigkeiten entwickelt. Dieser Multiplikator wird fortgesetzt, bis insgesamt rund vierhundert MOVE-Animateure ausgebildet worden sind.

In den nächsten Etappen ist geplant, auch die Eltern und Gemeinschaften einzubeziehen und mit verschiedenen Partnern zusammenzuarbeiten, um das BSS-Modell auf nationaler Ebene anzuwenden und ihm Anerkennung zu verschaffen.


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