Russland und die Ukraine sind die häufigsten Ziele für Migration aus Moldawien um Arbeit zu suchen oder für den Kinderhandel. So leben viele Kinder als Waisen oder müssen in ausländischen Städten arbeiten.
Die Lösungsansätze von Terre des hommes
Kinderschutz – Terre des hommes (Tdh) und lokale Partnerorganisationen identifizieren durch Ausbeutung und Kinderhandel gefährdete Kinder und organisieren Schutz- und Präventionsaktivitäten für die Kinder und ihre Eltern in Moldawien. Betroffene Opfer, auch in Russland und in der Ukraine, werden bei ihrer Wiedereingliederung in Moldawien geholfen.
Schutz vor Missbrauch – Tdh unterstützt auf Kinder spezialisierte Institutionen bei der Verbesserung ihrer Kinderschutzmassnahmen.
Unterstützung der Behörden – Tdh hält Fürsprache für die lokalen und nationalen Behörden, damit im Anschluss Richtlinien zum Kinderschutz und der Bekämpfung von Kinderhandel eingeführt werden können.
Bewegung, Spiel und Sport – Das MOVE Projekt, welches auch in Rumänien und Albanien zur Anwendung kommt, sensibilisiert die Betreuer von Sportaktivitäten darauf, dass psychosoziale Unterstützung von gefährdeten Kindern und Jugendlichen wichtig ist. Durch Spiel und Sport gewinnen die Kinder an Selbstbewusstsein. Dies ist von grosser Bedeutung, da es sie vor Ausnützung und Missbrauch schützt und ihre soziale Integration fördert.
Ergebnisse 2008
Betreuung von Opfern – In Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden konnten 206 Opfer von Kinderhandel und Vernachlässigung identifiziert und wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden.
Prävention – 7’352 Kinder und 369 Erwachsene haben an Präventions-Workshops gegen Ausbeutung und Kinderhandel teilgenommen.
Bewegung, Spiel und Sport – 44 Betreuer wurden am MOVE Ansatz ausgebildet. Über das gesamte Jahr und in 18 verschiedenen Gemeinden wurden über 700 Sportanlässe organisiert.
Die Herausforderungen
Politische Barrieren – Ein Grossteil der moldawischen Kinder in Russland und der Ukraine stammen aus der Region Transnistrien. Seit dem Krieg von 1991 sieht sich diese als eigenständiger Staat, wird aber weder von Moldawien noch von einem anderen Land als solcher angesehen. Die Zusammenarbeit ist schwierig und politisch heikel. Nationale Prioritäten – Vor allem die Ukraine hat mit ihren eigenen Kinderschutzproblemen zu kämpfen. Die Problematik von ausländischen Strassenkindern und Opfern von Kinderhandel gerät dabei oft zu kurz.
„Frauen und Kinder werden wie eine Ware angesehen.“ Interview mit Daniela Gobjila, Finanzmanager von Tdh in Moldawien seit der Eröffnung der Delegation vor 4 Jahren.
Wollten Sie schon immer im Bereich der Menschenrechte arbeiten?
Es war kein Kindheitstraum von mir. Ich habe nämlich vor meiner Arbeit bei Tdh im Finanzsektor gearbeitet. Aber ich merkte, dass mir das nicht genügte. Ich wollte an etwas arbeiten, dass anderen etwas bringt. Ich wollte aber auch weiterhin in einem internationalen Umfeld arbeiten.
Was treibt Sie in Ihrer Arbeit an?
Unser Land ist stark vom Kinderhandel betroffen. Die Frauen und Kinder werden wie eine Ware angesehen. Ein Beispiel: Wenn ich im Internet ein Profil eröffne, bekomme ich gleich verführerische Nachrichten, die mir ein Visa oder eine Aufenthaltsgenehmigung versprechen. Ich bin froh, zum Schutz unserer Kinder vor solchen Angeboten beizutragen.
Was sind die grössten Herausforderungen in Ihrem Beruf?
Ohne Zweifel die moldawische Bürokratie. Die Prozedere ist nicht nur langwierig und kompliziert, sie ändern sich auch ständig!
Was sehen Sie für Fortschritte?
Ich habe ein ambivalentes Gefühl. Auf der einen Seite hoffe ich, dass wir auf einem guten Weg sind, auf der anderen Seite, sehe ich die Korruption, die jeglichen Fortschritt verhindert.
Was sind die Schicksale, die Sie besonders betroffen gemacht haben?
Wir sind in Moldawien mit einer grossen Migration konfrontiert. Zahlreiche Eltern verlassen das Land. Ihre Kinder sind dann oft sich selbst überlassen oder müssen bei ihren Grosseltern aufwachsen. Diesen Kindern fehlt es an Allem. Oft müssen sie sich aufopfern und arbeiten, um die Familie durchzubringen.

