Terre des hommes (Tdh) ist in der Region Andhra Pradesh und auf den Andamanen in den Bereichen Wasser/Abwasser und Gesundheit tätig. In Kolkata kämpft Tdh gegen den Kinderhandel.
Die Lösungsansätze von Terre des hommes
Aufbauhilfe Andamanen – Tdh unterstützt die Bevölkerung auf den Andamanen, die in der Bucht von Bengalen liegen. Tdh führt dort regelmässige Gesundheitschecks für Kinder und Jugendliche durch. Ausserdem werden örtliche Gesundheitsmitarbeiter ausgebildet und Tdh setzt sich bei der indischen Regierung für die Einführung einer umfassenden Gesundheitspolitik ein.
Aufbauhilfe Andra Pradhesch – Im Süden Indiens arbeitet Tdh am Aufbau eines umfassenden Gesundheitsnetzes. So wurden im Bezirk Krishna schon über 100 Latrinen gebaut und Mütter werden ermutigt, ihre Kinder ausschliesslich durch Muttermilch zu ernähren und impfen zu lassen.
Bekämpfung Kinderhandel – Seit mehreren Jahren kämpft Tdh in Indien gegen den Kinderhandel. In einem neu gestarteten Projekt wird der grenzübergreifende Handel von Kindern zwischen der indischen Stadt Kolkata und Nepal angegangen. Tdh unterstützt ebenfalls in Kolkata Opfer von Kinderhandel.
Ergebnisse 2008
Aufbauhilfe Andamanen – Der Tsunami des Jahres 2004 hat die Insel Little Andaman hart getroffen. Tdh half im letzten Jahr weiterhin beim Wiederaufbau der Sanitäranlagen in Schulen. In 9 Schulen wurden Gesundheitskontrollen für 1’895 Kinder durchgeführt und, wenn nötig, Kinder den staatlichen Gesundheitsdiensten zugeführt. In Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung wurden zudem Gesundheitspläne auf Dorfebene erstellt.
Aufbauhilfe Andra Pradesh – In der ersten Hälfte des Jahres 2008 wurden in Andhra Pradesh 123 Häuser wiederaufgebaut, 113 Familien finanziell unterstützt, sowie 40 Latrinen und ein Gesundheitszentrum gebaut.
Unterstützung von sexuell ausgebeuteten Kindern – Tdh unterstützt zusammen mit einer Partnerorganisation die Rehabilitierung und Wiedereingliederung von Opfern sexueller Gewalt und Menschenhandel. Seit 2006 wurden rund 350 Mädchen in einem Heim von professionellem Personal unterstützt. Zudem wurde ein umfassendes Betreuungskonzept entwickelt.
Die Herausforderungen
Abgelegenheit der Andamanen – Die Andamanen liegen etwa 1'400 Kilometer östlich vom indischen Festland. Sie sind schwer zu erreichen und verfügen nur über eine ungenügende Infrastruktur. Gefahr durch Naturkatastrophen – Sowohl die Andamanen als auch Andhra Pradesh sind stark durch Naturkatastrophen, wie Tsunamis oder Tropenstürme, gefährdet. Diskriminierung von Randgruppen – Das nach wie vor real existierende Kastenwesen begünstigt eine systematische Diskriminierung ganzer Bevölkerungsgruppen. Den Dalits, Unberührbare, wird oft der Zugang zu höherer Schulbildung und Gesundheitsversorgung verweigert und sie sind gezwungen, unter unmenschlichen Konditionen zu arbeiten.
GESCHICHTE - Neues Selbstbewusstsein für misshandelte Mädchen
Parama und Lakshmi kamen mit 14 Jahren ins “Sneha”-Aufnahmezentrum, das vom Tdh-Partner „Sanlaap“ betrieben wird. Zuvor waren sie aus einem Rotlichtviertel in Indien gerettet worden. Als sie im Sneha-Zentrum ankamen, waren die Mädchen ängstlich, mit Hass erfüllt und hatten kaum Zukunftsaussichten.
Im Jahr 2007 waren die beiden unter den ersten Mädchen, die an einer neu entwickelten Schulung teilnehmen konnten. Diese, unterstützt durch Tdh, bilden einen Teil von einem Pflege-, Schutz- und Eingliederungsprojekt. Die Kurse versuchen jungen, misshandelten und benachteiligten Kindern Selbstbewusstsein zu geben, sowie die Fähigkeit Probleme zu lösen und ihre Ressourcen einzusetzen, damit sie in der Gesellschaft bestehen können. Am Anfang war es schwer für Lakshmi und Parama, sich an die strengen Regeln zu halten. Sie wurden aufgrund ihres schlechten Benehmens oft des Unterrichts verwiesen. Aber der Stundenplan sah auch Selbstbeherrschungs-Übungen vor: Langsam begannen sie, ihre eigenen Persönlichkeiten durch den regelmässigen Besuch der Schulungen zu entwickeln und beendeten diese schliesslich mit einem Zertifikat.
Nachdem sie sich in einem strengen Auswahlverfahren bewärt hatten, wurden Parama und Lakshmi im September 2008 als Ausbildnerinnen eingestellt. Parama berichtet, dass sie „durch das Training aufmerksamer, geduldiger und verständnisvoller“ geworden ist. Lakshmi sagt dazu: „Ich werde hier zwar wie eine vollwertige Mitarbeiterin angesehen, aber die jungen Mädchen sehen mich als eine der ihren und finden es einfacher, mit mir über ihre Probleme zu sprechen“.

