Terre des hommes damals
Rückblick auf über 45 Jahre Kinderhilfe - Damals wie heute setzt sich Terre des hommes direkt und unbürokratisch für Kinder in Not ein und verteidigt weltweit die Kinderrechte. In den Anfängen vermittelte Terre des hommes hauptsächlich Kinder zur Adoption und ermöglichte schwer kranken Kindern lebensrettende Operationen. In den 45 Jahren seit der Gründung hat das Kinderhilfswerk sein Tätigkeitsfeld ausgeweitet und ist als Hilfswerk kontinuierlich gewachsen. Während die Stiftung in den Anfängen ausschliesslich Freiwillige beschäftigte, setzen sich heute freiwillige und bezahlte Mitarbeiter Hand in Hand für hilfsbedürftige Kinder ein.
1959: Mitten im Algerienkrieg veröffentlicht die Wochenzeitschrift Réforme eine Reportage über algerische Flüchtlingslager. Das unermessliche Elend von anderthalb Millionen Algeriern, darunter unzählige Kinder, erschüttert Edmond Kaiser zutiefst.
1960 gründet Kaiser das Kinderhilfswerk Terre des hommes in Lausanne, um so Kindern in Not sofort und direkt zu helfen. Umgehend lässt Edmond Kaiser Hunderte vom Algerienkrieg geschundene Kinder für Ferienlager in die Schweiz kommen. In Folge setzt sich Terre des hommes für hilfsbedürftige und von Krieg und Krankheiten betroffene Kinder in Ländern wie Vietnam, Biafra, Bangladesch, Palästina, Libanon und Kambodscha ein.
1960 wird die Charta verfasst; sie legt den Auftrag und die ethischen Grundsätze von Terre des hommes fest.
In den 60er Jahren werden nach Schweizer Vorbild weitere Terre des hommes-Organisationen ins Leben gerufen, unter anderem in Frankreich, Belgien, Deutschland, Luxemburg und Holland. Sie alle berufen sich auf die Charta und schliessen sich 1966 zur Internationalen Föderation Terre des hommes zusammen.
1970 wird das Maison in Massongex (Wallis) eröffnet, das die in der Schweiz operierten Kinder betreut und sie auf die Rückkehr in ihre Heimat vorbereitet.
1972 kommt es zur Spaltung von Terre des hommes: Seither bestehen in der Schweiz die Stiftung Terre des hommes in Lausanne und terre des hommes schweiz unabhängig voneinander.
In der Schweiz, der historischen Heimat der Organisation Terre des hommes, treten zwei Organisationen unter demselben Namen auf: die Stiftung Terre des hommes (Hauptsitz Lausanne) und terre des hommes schweiz (in Basel und Genf).
Dazu folgende Erklärung:
Die 1960 von Edmond Kaiser in Lausanne gegründete Bewegung Terre des hommes verbreitete sich im Lauf der Jahre in verschiedenen europäischen Ländern. 1972 sprach sich an der Generalversammlung, an der sämtliche europäische Organisationen von Terre des hommes vertreten waren, eine Mehrheit für eine grundlegende Veränderung der Zielsetzungen aus. Der Begründer der Bewegung widersetzte sich und beschloss, die Internationale Föderation Terre des hommes zu verlassen und sein in Lausanne begonnenes Werk nach den Prinzipien und Zielen fortzuführen, die er sich zu Anfang gesetzt hatte. Dieses Ereignis führte zur historischen Spaltung in terre des hommes schweiz und die neue, von Edmond Kaiser unter dem Namen Terre des hommes Lausanne geschaffene Struktur, die spätere Stiftung Terre des hommes.
Die beiden Organisationen führen ihre Projekte vor Ort und auch die Mittelbeschaffungskampagnen vollkommen unabhängig voneinander durch. Es kommt sporadisch zur Zusammenarbeit, wenn es darum geht, gemeinsam für den Schutz und die Rechte der Kinder einzustehen.
1980 verlässt Edmond Kaiser die Stiftung Terre des hommes, um die Organisation Sentinelles zu gründen.
1988 passt Terre des hommes seine Statuten an und wandelt sich von einem Verein zu einer Stiftung. Die neuen Statuten werden bei der Stiftungsaufsicht des Eidgenössischen Departement des Innern hinterlegt.
1997 verfasst Terre des hommes den Appel de Lausanne (Appell von Lausanne). Dieser Aufruf wird im Hinblick auf die Schaffung des Internationalen Strafgerichtshofes abgefasst und fordert, dass das organisierten Verbrechen gegen Kinder als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet und entsprechend belangt und bestraft wird.
1999, Die Stiftung Terre des hommes wird Mitglied der Internationalen Föderation Terre des hommes.
2003 reicht Terre des hommes bei der Bundesbehörde eine Petition von 128'000 Unterschriften ein und verlangt, dass das organisierte Verbrechen an Minderjährigen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet und im Schweizer Strafgesetzbuch entsprechend verankert wird. Eine parlamentarische Initiative mit gleichem Anliegen wird 2004 vom Nationalrat angenommen. Gegenwärtig prüft die Kommission für Rechtsfragen die eingereichte Petition von Terre des hommes.
Rückblick auf die Nothilfe von Terre des hommes


