In Benin bekämpft Terre des hommes (Tdh) den Kinderhandel. Wir fordern von den beninischen Behörden, Schritte gegen den Kinderhandel zu unternehmen und bieten betroffenen Kindern Schutz. Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern sorgen wir zudem für die Gesundheit von Mutter und Kind.
Die Lösungsansätze von Terre des hommes
Gesundheit von Mutter und Kind – Tdh führt ein Sensibilisierungs-Programm in über 40 Dörfern der Region Zou, einer der ärmsten Benins, durch. Die lokalen Gesundheitszentren erhalten direkte materielle Unterstützung zur Verbesserung der Behandlungsqualität.
Kampf gegen Kinderhandel, Ausbeutung und Misshandlung – Seit 1990 beherbergt unser Aufnahmezentrum Oasis in Cotonou Kinder, die dem Handel und der Ausbeutung zum Opfer gefallen sind. Diese Kinder werden betreut und auf die Rückkehr in ihre Familie vorbereitet. Tdh arbeitet nicht nur mit den Behörden von Benin und Nigeria zusammen, sondern auch mit den Betreibern von Steinbrüchen in Nigeria und den lokalen Behörden, um die dort ausgebeuteten Kinder zu schützen.
Spezialbehandlungen – Tdh sorgt dafür, dass Kinder, die medizinische Spezialbehandlungen benötigen, in lokalen medizinischen Zentren behandelt oder nötigenfalls zur Behandlung nach Europa gebracht werden.
Ergebnisse 2007
Gesundheit von Mutter und Kind: Tdh untersuchte 10'800 Kinder zwischen 0 und 5 Jahren auf ihren Gesundheits- und Ernährungszustand und ermunterte 750 schwangere Frauen, ihre Kinder im Spital zu gebären und diese während mindestens 6 Monaten zu stillen.
Kampf gegen Kinderhandel, Ausbeutung und Misshandlung – Tdh betreute in ihrem Aufnahmezentrum Oasis in Cotonou 513 betroffene Kinder. Ausserdem wurden 70 beninische Kinder, die in Steinbrüchen von Abeokuta (Nigeria) arbeiteten, herausgeholt und in ihre Familien reintegriert. Eine Vereinbarung wodurch 1'000 weitere Kinder in ihre Familien zurückgeführt werden können, wurde ausgehandelt. Zudem sollen 500 Kinder über 14 Jahren zur materiellen Unterstützung ihrer Familien dort weiterarbeiten und gleichzeitig vor Ort die Schule besuchen können.
Spezialbehandlungen – Durch das Programm von Tdh profitierten 26 Kinder in kritischem Gesundheitszustand von der europäischen Spitzenmedizin und erhielten chirurgische Eingriffe in Europa. 34 weitere Kinder wurden vor Ort operiert.
Die Herausforderungen
Tdh will in Benin die Schutzmechanismen zu Gunsten der Opfer von Kinderhandel und Ausbeutung vermehrt konsolidieren. Ein gewählter Ansatz stellt die verstärkte Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Familien und Gemeindenbehörden zum Schutz der Kinder dar. Es geht insbesondere darum, die Gemeinden und ihre Auffassung von Kindererziehung sowie ihre Traditionen und ihr Sozialgebilde zu verstehen. Indem Tdh das Vertrauen der direkt betroffenen Akteure gewinnt, können gemeinsam nachhaltige Lösungen zu Gunsten der Kinder gefunden werden.
Eine Frage an… Abimbola Lagunju, Delegierter von Terre des hommes in Benin
Das Projekt Kinderhandel, Ausbeutung und Misshandlung wurde weiter entwickelt, mit welchem Ziel?
A.L.: Einerseits möchten wir, dass das Aufnahmezentrum Oasis in ein effektives Teil des Institutes für Kinderschutz, dessen Gründung von Tdh gefördert, von der Regierung geleitet und teilweise mitfinanziert wurde, umgewandelt wird. Andererseits müssen wir unsere Einsatzstrategie bezüglich Ausbeutung von beninischen Kindern in nigerianischen Steinbrüchen verbessern. Es handelt sich hier um eine komplexe Angelegenheit mit vielen Akteuren und unterschiedlichen Interessen, wobei jeder irgendwie auf seine Rechnung kommt. Zum Beispiel müssen wir mit allen Akteuren verhandeln, um befriedigende Lösungen zu erreichen. Wir kritisieren vehement die Ausbeutung von Kindern in Steinbrüchen, doch die Kinder selbst betrachten diese Aktivität als Einkommensquelle, denn mit dem versprochenen Geld, das sie dann nach zwei oder drei Jahren Arbeit erhalten, werden sie sich ein Haus oder ein Motorrad leisten können oder auch eine andere Arbeit in ihrer Heimatgemeinde bekommen.

