Bangladesch ist eines der ärmsten Länder der Welt und wird häufig von Naturkatastrophen heimgesucht. Terre des hommes bekämpft Mangelernährung, setzt sich für die Wiedereingliederung von benachteiligten Jugendlichen ein und hilft Opfern von Naturkatastrophen.
Die Lösungsansätze von Terre des hommes
Gesundheit und Ernährung – Fachleute besuchen in der Provinz Kurigram Familien und ermuntern sie, ein Gesundheitszentrum aufzusuchen. Gewichtskontrollen helfen, Mangelernährung frühzeitig zu bekämpfen.
Ausbildung für benachteiligte Jugendliche – Terre des hommes (Tdh) führt in Kurigram zwei Zentren, wo benachteiligte Jugendliche zu Schreinern, Schneider/Innen, Mechanikern oder Sekretär/Innen ausgebildet werden.
Gesundheit und Ernährung – 2009 hat Tdh in 5 Dörfern der Region Chittagong Hilltracts Projekte zur Förderung der Gesundheit von Mutter und Kind gestartet. 12’000 Begünstigte werden dabei Zugang zu sauberem Trinkwasser und einer besseren Hygiene-Versorgung erhalten.
Hilfe für Opfer von Naturkatastrophen – Tdh unterstützt die Opfer des Wirbelsturms Sidr, der Bangladesch im November 2007 heimsuchte, mit medizinischer und materieller Hilfe. Zudem ermöglicht Tdh den Zugang zu sauberem Trinkwasser und baut umweltfreundliche Latrinen sowie Häuser.
Ergebnisse 2008
Gesundheit und Ernährung – In den Gesundheitszentren in Kurigram wurden rund 85’000 Mütter und Kinder behandelt. 360 Kinder mit schwerer Mangelernährung wurden in spezialisierten Abteilungen betreut. Zudem führte Tdh 20’000 medizinische Untersuchungen in Dörfern durch.
Ausbildung für benachteiligte Jugendliche – Tdh unterstützte die Ausbildung und berufliche Eingliederung von 120 Jungen und Mädchen in Kurigram.
Nothilfe – Nach dem Wirbelsturm Sidr und den Überschwemmungen lieferte Tdh Nahrungsmittel, Kleider und medizinische Hilfe für 25’000 Familien. Dadurch, dass in zwei kleine Seen Filtersysteme angebracht wurden, haben 100 Familien Zugang zu sauberem Wasser. Ausserdem wurden 100 Häuser wieder aufgebaut.
Die Herausforderungen
Gesundheit der Mütter – Viele Mädchen werden früh verheiratet, sind dadurch Gesundheitsrisiken (frühe Schwangerschaften) ausgesetzt und besuchen keine Schule. Oft werden sie von ihren Männern wieder verlassen, und als alleinerziehende Mütter sind sie Diskriminierungen ausgesetzt. Tdh setzt sich daher in den Dorfgemeinschaften für einen verbesserten Zugang zu Information und Gesundheitsdiensten für Mädchen und für verheiratete sowie alleinerziehende Frauen ein. Ausbildung für benachteiligte Jugendliche – Mädchen werden auch bei der Arbeitssuche benachteiligt. Ein Drittel der Arbeitsplätze in den Ausbildungszentren in Kurigram ist daher für Mädchen reserviert, um ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.
GESCHICHTE - Shimus neues Haus
„Ich hatte grosse Angst, während des Sturms. Überall war Wasser und der Wind tobte. Wir mussten auf die Bäume klettern, um uns zu retten. Wir verbrachten die ganze Nacht dort oben, frierend und voller Angst.“
Shimu ist neun Jahre alt und lebt, zusammen mit ihrer Familie, in einem kleinen Dorf im Süden Bangladeschs. Der Tropensturm Sidr hat die Region im November 2007 hart getroffen.
Das Haus von Shimu’s Familie wurde zerstört und sie mussten aus Abfällen eine Hütte bauen, um ein Dach über dem Kopf zu haben. Während Monaten konnte Shimu nicht schlafen, weil sie Angst vor der Zukunft hatte.
Tdh und seine Partner haben Familien, wie der von Shimu, mit Nahrungsmitteln, Kleidern, Kochmaterial und medizinischer Betreuung geholfen. Sie haben Zugang zu sauberem Trinkwasser sichergestellt und haben dabei geholfen, die Häuser wiederaufzubauen. Dank dieser Nothilfe lebt die Familie jetzt in einem besser geschützten Haus, mit zwei Zimmern und einer Latrine. „Ich bin froh, dass wir wieder ein Haus haben und dass ich keine Angst mehr haben muss“, sagt Shimu.

