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Weltkarte Albanien

Aufgrund des noch schwachen Staatssystems und der wirtschaftlichen Misere stellt der Kinderhandel eine grosse Gefahr dar. Die verantwortlichen Akteure sind oftmals ungenügend ausgebildet, um dem Problem zu begegnen.


Die Lösungsansätze von Terre des hommes

Tdh Landkarte AlbanienAufbau von Kinderschutz-Einheiten - In den grössten albanischen Städten unterstützt Terre des hommes (Tdh) den Aufbau von Einheiten, die die Koordination der staatlichen und privaten Bemühungen gegen den Kinderhandel übernehmen und gleichzeitig Lösungen für individuelle Fälle suchen. Ausserdem bietet Tdh in diesen Einheiten, Fortbildungen für Schulpsychologen an.

Alternativen zu Bettelei und Kinderarbeit - Tdh zeigt Kindern und ihren Familien ertragssichernde Alternativen zur Kinderarbeit, Kinderprostitution und Bettelei auf. So werden z.B. Mikrokredite an Familien ausgestellt, mit der Bedingung, dass die Kinder die Schule besuchen.

Unterstützung von Minderheiten – Die Angehörigen der ägyptischen- und Roma-Minderheiten werden oft diskriminiert oder sind mit Stigmen behaftet. Tdh unterstützt sie durch Fürsprache auf kommunaler und nationaler Ebene.

Transnationale Zusammenarbeit – Griechenland ist das häufigste Ziel für Opfer von Kinderhandel. Zusammen mit der griechischen NGO Arsis interveniert Tdh direkt bei Fällen von Kinderhandel und leistet Fürsprache und Unterstützung für die albanischen Strassenkinder in Griechenland.


Ergebnisse 2008

Tdh Albanien - SchuelerLokale Kinderschutz-Einheiten – 2008 wurden zwei weitere Kinderschutz-Einheiten hinzugefügt (neu insgesamt 7). Dabei handelt es sich um Abteilungen, die in den Sozialämtern der jeweiligen Gemeinden integriert sind.

Betreuung von gefährdeten Kindern – Besuche bei den Familien von 426 Kindern erlaubten, den Kontakt zu behalten, soziale Beratung anzubieten und – wenn nötig - spezifische Lösungen zu finden, wie z.B. die Integration des Kindes in den Kindergarten, in die Schule oder in eine Berufsschule.

Sommeraktivitäten für Kinder – Tdh und seine Partner konnten über 2'400 Kinder, die Minderheiten angehören, in Sommeraktivitäten involvieren, wo ihr Selbstbewusstsein und ihre Sensibilisierung auf das Problem des Kinderhandels gestärkt wurden.


Die Herausforderungen

Fehlende Infrastruktur - In Albanien fehlen die nötigen Instrumente zur effektiven Präventionsarbeit gegen den Kinderhandel oftmals noch. So besteht kein vollumfängliches Adoptionsnetz, was es den Kinderschutz-Einheiten erschwert, gefährdete Kinder aus ihrer Umgebung zu holen. Tdh setzt sich deshalb beim albanischen Staat für die Einführung neuer Gesetze ein. Stärkung der lokalen Einheiten – Auf lokaler Ebene ist der Kampf gegen den Kinderhandel oft vom jeweiligen Bürgermeister abhängig. Unabhängige Akteure fehlen meist. Deshalb ist die Stärkung der Kinderschutz-Einheiten eines der wichtigsten Ziele von Tdh in Albanien.


„Es muss etwas getan werden“
Vasilika Laçi, Kinderschutz Beauftragte für Tdh Albanien


Tdh Albanien - Portraet Vasilika LaiWas haben Sie gemacht, bevor Sie zu Tdh gekommen sind?
Vasilika: Ich habe für verschiedene NGOs in den Bereichen Geschlechtergleichheit und Korruptions-Bekämpfung gearbeitet. Zudem habe ich mein Master-Diplom im Bereich der Menschenrechte und Demokratie in Südosteuropa gemacht.

Wieso haben Sie sich entschieden mit Kindern zu arbeiten?
Vasilika: Ich habe mich nicht spezifisch für Kinder entschieden, sondern allgemein für Menschenrechte. Seit ich aber die enormen Bedürfnisse gesehen habe, engagiere ich mich speziell für Kinder. Es ist eine sehr interessante Thematik und im Gegensatz zu Themen, die ich früher bearbeitet habe, sind sich bei den Kinderrechten alle einig, dass etwas getan werden muss.

Was bringt Ihnen in Ihrem Beruf die grösste Freude?
Vasilika: Ein Beispiel ist unsere Fürsprache - Arbeit für die Geburtenregistrierung bei Roma-Kindern. Bis vor kurzem wurden die Angehörigen dieser Minderheit mit einer Strafe versehen, wenn sie ihr Kind zu spät registrierten. Die Regierung entschied sich jedoch, eine dreimonatige Amnestie zu gewähren, während der, alle nicht-registrierten Kinder ins Geburtenregister eingetragen werden konnten.

Auf was sind Sie seit Beginn Ihrer Arbeit bei Tdh besonders stolz?
Vasilika: Zusammen mit dem Bündnis gegen Kinderhandel, haben wir eine Konferenz zum Thema: „Zusammenarbeit zur Beobachtung und Bekämpfung von Kinderhandel“ organisiert. Der Premierminister Albaniens, der zuständige Minister für Arbeit und soziale Angelegenheiten sowie der amerikanische Botschafter waren anwesend. Erstmals bestätigte der Premierminister, dass Kinderhandel in Albanien ein weit grösseres Problem ist, als bisher angenommen wurde.


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Was kann Tdh bewirken mit?
• 20.- CHF: Obligatorischer Arztbesuch für ein Kind bei Schulbeginn.

• 70.- CHF: Kleidungs-Kit für Strassenkinder (saubere Kleider für die Schule und warme Kleidung für den Winter).


Tdh in Albanien
Delegierter: Sendrine Constant,

Lokales Personal: 23,

Einsatzorte: Korça, Elbasan, Pogradec, Durrës, Fier, Gjirokastra und Saranda,

Partnerorganisationen von Tdh: Bündnis BKTF (Gemeinsam gegen den Kinderhandel), CAAP (Common Action Against Poverty), NPF (Ndihmё pёr Fёmjёt) – Hilfe für Kinder, Arsis (Athen und Thessaloniki),

Budget 2009: 1'536'346 CHF


Die Situation der Kinder
• 30% der Bevölkerung ist 18 oder jünger.

• 12% der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren müssen regelmässig arbeiten.

• Es wird vermutet, dass jährlich ca. 500 Kinder Opfer von Kinderhandel werden.

• Die Besuchsquote der Primarschule liegt bei 94%.

• Die Besuchsquote der Sekundarschule liegt bei 74%.


Albanien in Zahlen
Gesamtbevölkerung: 3,2 Mio. (CH 7,4)

68. Rang von 177 Platzierungen auf dem Index der menschlichen Entwicklung (CH: 7.)

Lebenserwartung: 76 Jahre (CH: 81)

Alphabetisierungsquote: 99%

Arbeitslosigkeit: 14,4%

Alltagsleben
1kg Zucker: 0.84 CHF

1kg Reis: 1.80 CHF

Schulmaterial (Bücher, Rucksack etc.): 50 CHF

(Quellen: UNDP, UNICEF, Tdh)