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26 Jan 2012 Kinderhandel und Ausbeutung Burkina Faso

Burkina Faso: Ausbeutung von Kindern in den Goldminen von Ganzourgou

- Herausgegeben von Darcissac, Marion

3000_tion_rocco-rorandelli_5922_embed In der Provinz Ganzourgou sind in den letzten Jahren rund zehn Goldschürfstätten entstanden. Die Goldsucher strömen aus dem ganzen Land herbei, um sich unter meist sehr beengten Verhältnissen ohne jegliche sanitäre Infrastruktur und Grundversorgung direkt an den Fundorten niederzulassen. Sie stammen im Allgemeinen aus ländlichen Gebieten in Burkina Faso oder Nachbarländern (Togo, Benin, Ghana) und folgen jeweils den neu entdeckten Goldadern. Ein Viertel bis ein Drittel von ihnen ist jünger als 18 Jahre.

Tausende Kinder werden Opfer von Ausbeutung

In den Schürfgebieten leben und arbeiten Tausende von Kindern. Sie waren noch nie eingeschult oder haben die Schule abgebrochen und werden in der ganzen Abbaukette eingesetzt (Arbeit im Stollen, Aufschlagen der Steine, Arbeit in der Mühle, Schneiden der Steine, Waschen mit Quecksilber oder Zyanid, Wassertragen usw.). Die Arbeit erfolgt ohne jegliche Sicherheits- und Hygienevorkehrungen und setzt diese Kinder grossen Gesundheitsrisiken und unterschiedlichen Formen von Gewalt aus.

Die meisten Kinder, die in den «Löchern» nach Gold suchen, sind Jungen. Sie graben, zerschlagen und tragen Steine und gehen täglich enorme Risiken ein. Die Mädchen werden häufiger für den Wassertransport, das Aufschlagen der Steine und im Verpflegungsbereich eingesetzt. Einige hüten, während ihre Mütter arbeiten, jüngere Geschwister auf Kosten des Schulbesuchs. Aufgrund verschiedenster Aberglauben, die eine Verbindung zwischen Sex und Goldsuche herstellen, werden Mädchen auch Opfer der sexuellen Ausbeutung oder Prostitution.

Die Kinder aus der Ausbeutung befreien

Terre des hommes setzt sich mit der Unterstützung von UNICEF und TaiwanICDF für eine Verbesserung des Schutzsystems für Kinder ein, die Gefahr laufen, Opfer von Ausbeutung, Missbrauch und Misshandlung zu werden oder es bereits sind. Tdh arbeitet eng mit verschiedenen staatlichen Stellen (Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsdiensten) und lokalen Gemeinschaften zusammen, damit der Ausbeutung Einhalt geboten wird und diese Kinder eine Zukunftsperspektive erhalten. Am 1. Januar 2012 belief sich die Zahl der von Tdh in 10 Schürfgebieten unterstützten Begünstigten auf 3400 Kinder und Mütter. 650 Kleinkinder besuchen eine Krippe und mehr als 1800 grössere Kinder gehen zur Schule. Fast 450 Jugendliche wurden aus den Schürfgebieten abgezogen und machen jetzt eine Berufsausbildung. Tdh bietet zudem 500 Jugendlichen Alphabetisierungskurse und Aktivitäten an, die ihnen auf anderem Weg zu einem Einkommen verhelfen und ihnen so ermöglichen, schnell aus dem Goldabbau auszusteigen.

Bereits 2003 war es Terre des hommes gelungen, arbeitende Kinder aus dem Steinbruch von Pissy zu holen. Seit 2009 arbeitet die Tdh-Delegation für Kinder in sechs Schürfgebieten (Pousghin, Nonbsin, Kagtanga, Boéna, Wayalguin und Kietenga) der Provinz Ganzourgou. Im September 2011 dehnte Tdh die Aktion auf drei weitere Goldsuchgebiete in der Region Sahel (Essakan, Bani und Gorol) aus.

Weitere Informationen zu den Aktionen von Terre des hommes in Burkina Faso