Zum Inhalt
Aargau
6 Jan 2012 Freiwilligengruppen Schweiz

Aktion "Strassenkind für einen Tag"

- Herausgegeben von Höhner, Franziska

3700 Kinder an 150 Orten schweizweit ziehen zum UNO-Kinderrechtstag mit Terre des hommes (Tdh) als „Strassenkinder“ aus, um Passantinnen und Passanten für die Not der echten arbeitenden Kinder in der Welt zu sensibilisieren. In den Einsatzländern unterstützt Terre des hommes Kinder, die bis zu zehn Stunden pro Tag wie Erwachsene arbeiten.

2931_d2011_rtihof3 In Ägypten soll es 7 Millionen Kinder geben, die täglich in den Feldern oder in Werkstätten arbeiten, um Ihre Familie zu unterstützen. Diese Kinder arbeiten schon ab ihrem 5. Lebensjahr und haben so kaum eine Chance zur Schule zu gehen oder eine Ausbildung zu bekommen. Der 11-jährige Islam lebt mit seiner Familie in Damietta (Nildelta), wo die Hälfte der Menschen Analphabeten sind. In einer Tischlerei schleift, schnitzt und lackiert er Möbel wie ein Erwachsener bis zu zehn Stunden pro Tag. Aber er kann weder lesen noch schreiben. Erst seit einigen Wochen kann er neben der Arbeit auch zur Schule gehen dank der Zusammenarbeit von Tdh und seinem Arbeitgeber.

2930_2 In der Schweiz wird Tdh anlässlich des UNO-Kinderrechtstags (20. November) von ca. 3700 Kindern unterstützt. Im Aargau waren es in den letzten Tagen fast 250 Schülerinnen und Schüler, die sich in Strassen des Aargaus stark gemacht haben für Kinder in Not.
So z.B die Sekundarschule Aarau mit 16 fleissigen „FahrradwäscherInnen“ und „StrassenverkäuferInnen“.
Lehrer B. Schlatter hat seine erste „Tdh-Strassenkind-Aktion“ in den 90iger Jahren durchgeführt. Die Schüler können über ihren Einsatz selber entscheiden. „Die Kinder sind motiviert und haben sich freiwillig dazu gemeldet“, so Schlatter.

2929_sek2aarau_1_1__embed Die Klasse Seveal KSM-KY mit der Lehrerin A. Guiné war an einem anderen Tag in der Aarauer Innenstadt unterwegs. Die SchülerInnen hatten Bauchläden mit Selbstgebasteltem und waren als „Schuhputzer“ im Einsatz. Die Kinder hatten für diesen Aktionstag kein Geld und keine Esswaren dabei. Gut gestärkt durch ein ausgiebiges Frühstück und nur einer Suppe (im Rest. Laterne) und Tee konnten sie einen Eindruck bekommen, wie man sich als „Strassenkind“ fühlt.
Auch die 2 Sek. A aus Meisterschwanden hat jedem Velo-Passanten in Aarau die Chance gegeben, gegen eine Spende nach dem Stadtbesuch das Velo „blitzblank“ wieder in Empfang zu nehmen. Ein Angebot an warmen Getränken und selbstgemachten Kuchen hat den Service abgerundet.

2932_rtihofstrassenmusikerinnen_embed Auch in Baden waren die organgenen Tdh-Mützen zu sehen. Der Blauring Baden unter Leitung von M. Jeuch hat die Badener Besucher mit Kuchen und warmen Getränken verwöhnt.
Die Schule Rütihof mit der Lehrerin C. Rechsteiner war zum ersten Mal dabei. Die Kinder haben sich selber überlegt, was sie als „Strassenkind“ anbieten wollen. So kam es in der Innenstadt von Baden zu einem breiten Repertoire an Kuchenverkauf, Strassenkonzert, Fussball-Darbietungen, Verkauf von selbstgemalten
Pferdebilden, gebasteltem Weihnachtsschmuck, Karatevorführungen uvm. Trotz der winterlichen Kälte haben die SchülerInnen 2 Stunden ihren Einsatz mit Begeisterung durchgeführt.

2933_schinznach_1_embed In Schinznach-Dorf waren rund 100 SchülerInnen der Bezirksschule unter der Leitung des Lehrers M. Perrin an sage und schreibe 5 Nachmittagen für Kinder in Not im Einsatz.

Eigentlich kann man sagen, ein Zeichen der Solidarität ist leicht gesetzt. Jeder von uns könnte ein wenig „Zeit“ spenden, sich für jemanden anderes einsetzen. Bei genauem Hinschauen merkt man aber, wie
viel Mühe, Liebe und Ideenreichtum in all diesen Einsätzen steckt. Wie viel Aufwand auf Seiten der LehrerInnen eingebracht wird. Und wie viel eigene Überzeugung sowohl von den Eltern, den LehrerInnen und allen Beteiligten nötig ist, um all dies auf die Beine zu stellen. Und es ist schön zu sehen, dass sich so viele Kinder und Erwachsene all diese Mühe noch machen.

(Tessa Jeken, freiwilliges Mitglied, Vorstand und Medienarbeit)

Nachrichten

Weitere News